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Symbolfiguren: Volkacher Ratsherr

Der Volkacher Ratsherr, die männliche Antwort auf den charmanten Liebreiz der örtlichen Weinprinzessinnen. Für dieses Amt braucht es ein gehöriges Maß an Selbstbewusstsein, an Engagement und den Blick aufs große Ganze.

Seit nunmehr fünf Jahren schlüpft Werner Burger zu allen möglichen Anlässen in die Rolle des Volkacher Ratsherrn. Damit, dass er einmal dieses ehrwürdige Amt übernehmen würde, hatte er mit Eintritt in das Rentnerleben gar nicht gerechnet. „Ich hatte mich damals eigentlich dazu entschlossen, dem Fremdenverkehrsverein bei der Abwicklung seiner Veranstaltungen zu helfen. Da werden immer Leute gebraucht, die beispielsweise einen Ausschank für die Gäste übernehmen oder einen Festsaal bestuhlen. Dann hat mich aber nach kurzer Zeit der Bürgermeister angerufen und gemeint, ich solle doch mal vorbei kommen, er habe da etwas zum Anprobieren für mich." Als Werner Burger der Bitte des Stadtoberhauptes nachkommt, wartet dieser mit der stattlichen Robe des Volkacher Ratsherrn im Arm auf ihn und meint „Schau mal, ob Dir das passt!" Was will man da als gehorsamer Bürger machen, dürfte sich Werner Burger damals gedacht haben und stülpte sich das schwere Gewand über. „Es hat alles gepasst", erzählt er uns, „bloß die Schuhe ... da mussten neue her!"

Symbolfigur und Weinlage

Seither ist er es, der in seiner historischen Tracht bei einem gebuchten Ratsherrnempfang die Gäste begrüßt. Auf unterhaltsame Weise bringt er ihnen das Städtchen Volkach und die Weine der Lage Volkacher Ratsherr näher. Der Lagenname wurde mit der großen Flurbereinigung 1971 „geboren" und war nahe liegend. Schon vorher hatte eine kleine Rebfläche in der Weinbergsrolle diese Bezeichnung gehabt. Heute erstreckt sich der Volkacher Ratsherr auf ca. 160 ha; beginnend bei den relativ sanften Hügeln hinter der Altstadt Volkachs über die Steilhänge entlang der nördlichen Mainschleife bis hin zum Ortsteil Fahr. Wobei der Hinweis „nördliche Mainschleife" Sie nicht irritieren soll; die Rebhänge des Volkacher Ratsherrn sind ausgesprochene Südlage und die Trauben entsprechend sonnenverwöhnt! „Und das ist es schließlich auch, was meinen Ratsherrnempfang zu einem echten Erlebnis für Gäste werden lässt. Denn was nützt hier die Theorie, wenn dem soeben Erfahrenen keine Taten folgen", schmunzelt Werner Burger. Jeweils ein Gläschen Müller-Thurgau und Silvaner werden den Gästen während des Empfanges gereicht, die ihrerseits die lockere Art des Ratsherrn sehr zu schätzen wissen. „Man muss sich hier auf seine Leute einstellen!", meint die fleischgewordene Symbolfigur. „Ist das eine bunt gemischte Gruppe, habe ich die Damenwelt mit dem Trinkspruch Das Leben wäre fahl und grau, ohne Wein und ohne Frau! schon mal gleich auf meiner Seite."

Mit seinen gebuchten Ratsherrnempfängen, den Veranstaltungen wie beispielsweise Einholen der „letzten Fuhre" im Herbst, Sonntagskonzerte am Marktplatz, Miteröffnung zahlreicher Weinfeste an der Mainschleife hat die Symbolfigur während des Jahres mehr als 100 Termine zu bewältigen. Kollege Waldemar Sperling, selbst jahrzehntelang höchst aktive Symbolfigur, hilft ihm deshalb auch heute noch dankenswerter Weise dabei. Und der Kreis schließt sich ... Zu den Eröffnungen der erwähnten Weinfeste trifft der Volkacher Ratsherr sie dann alle wieder; die Symbolfiguren vorangegangener Mainzeit-Ausgaben: Den Astheimer Kartäuser, den Obervolkacher Landsknecht, den Wipfelder Zehntgraf und den Teufel der Obereisenheimer Höll. Arm in Arm mit den jeweiligen Weinprinzessinnen aus den Winzergemeinden halten sie dabei unermüdlich die Fahne hoch; für „ihren" Wein, ihre Kultur, ihre Menschen und ihre Volkacher Mainschleife.

Die Ratsherrn-Sage

Im 30-jährigen Krieg lagen die protestantischen Schweden auch auf einem Hügel vor den Toren des katholischen Städtchens Volkach. Der Anführer hatte einen Boten zum Bürgermeister gesandt, um diesem ein Angebot zu machen. Würde er ihm einen Ratsherrn schicken, der ihn zuerst unter den Tisch trinken würde, um in Anschluss daran auch noch seine Gespielin zu beglücken (man beachte die Reihenfolge!), würde er Volkach nicht niederbrennen. Der Bürgermeister ging sorgenvoll in die beliebte Schwane-Schänke gegenüber der Kirche und sah tatsächlich einen seiner Ratsherren munter zechen. Da dieser auch bereits acht Kinder gezeugt hatte, schien er ihm für diese schwierige Prüfung mehr als tauglich. Und wie Sie vielleicht schon richtig vermuten: Er hat beide Aufgaben mit Bravour erledigt.

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