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Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

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Sport & Freizeit

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Traditionell & zeitgemäß

Die Schaubmühle und ihr eigener Charme

Fotos: studio zudem Text: Nico Eichelbrönner

Wenn Ludwig Lippert über seine Schaubmühle spricht, dauert es keine Sekunde, ehe man das Leuchten in seinen Augen erkennt. „Das Flair hier ist einmalig“, schwärmt der Müllermeister, der sage und schreibe seit 35 Jahren in der Schaubmühle tätig ist. „Dass in einer Mühle ein Einkaufsladen integriert ist, kommt sehr selten vor. Dies macht für unsere Kunden jeden kleinen Einkauf zu einem Erlebnis“, erklärt Ludwig Lippert, während im Hintergrund die Maschinen auf Hochtouren laufen. Sowohl Einheimische als auch Gäste kommen in der Schaubmühle, die auf eine lange Geschichte in Volkach zurückblickt, zum Einkaufen zusammen.

Adresse:

Alte Obervolkacher Straße 15 
97332 Volkach

Die Öffnungszeiten der Schaubmühle:

Mo–Fr: 8:00–12:00 Uhr
Mo, Di, Do, Fr: 13:00–17:30 Uhr
Sa: 8:00–13:00 Uhr

Im Jahr 890 wurde an der Stelle, an der sich die Mühle heute befindet, erstmals eine Mühle vermutet. Sie wurde auch „Obere Mühle“, „Stadtmühle am Steinberg“ oder „Schultheissenmühle“ genannt. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1375 zurück, als sie noch im Besitz der Grafen zu Castell gewesen ist. Im Jahr 1664 tauchte dann das Wort „Schaubmühle“ erstmals auf. Ludwig Lipperts Großvater Wilhelm hat die Mühle 1936 gekauft. Seither befindet sie sich in Familienbesitz. Dessen Sohn Ernst übernahm die Mühle im Jahr 1981, seit 2004 führt Ludwig nun den Betrieb.

Es ist wenig überraschend, dass die Schaubmühle seit jeher eng mit der Mainschleife verwurzelt ist. So kommen auch die Lieferanten direkt aus der unmittelbaren Umgebung und der Kontakt zu den Landwirten wurde seit Jahrzehnten aufrechterhalten. Ebenso zählen etliche Bäckereien und Backbetriebe in der Region zu den Kunden, die von der Schaubmühle regelmäßig mit den verschiedensten Produkten beliefert werden. „Der Begriff ‚aus der Region für die Region‘ wird bei uns seit Jahrzehnten gelebt. Die Nähe zu unseren Lieferanten und Kunden ist uns extrem wichtig“, hebt der gebürtige Volkacher hervor.

Die Bestsellerprodukte sind dabei Weizen-, Roggen- und Dinkelmehle und weitere Mehlmischungen aus eigener Herstellung. „Wir produzieren verschiedene Mehlsorten und -typen von hell bis dunkel. Alle, die zu Hause gerne ein Brot, Brötchen oder einen Kuchen backen, finden bei uns eine gute Auswahl“, betont Ludwig Lippert. Darüber hinaus führt die Schaubmühle unterschiedliche Körner, Saaten, Backzutaten, viele verschiedene Müslimischungen, Nudeln, pflanzliche Suppen und Soßen, einige Hanfprodukte und glutenfreie Lebensmittel.

Im Laufe der vergangenen Jahre sei die Kundschaft weitergewachsen. „In der Coronazeit wurde das Bewusstsein dafür, wie wichtig die Regionalität ist, noch einmal gestärkt. Viele haben für mehrere Familien das Mehl gleich mitbestellt und ein schönes Gemeinschaftsgefühl aufgebaut“, so Lippert, der in seinem biozertifi- zierten Betrieb in den vergangenen Jahren eine steigende Nachfrage nach Dinkelmehl, Nudeln und allgemeinen Bioprodukten wahrgenommen hat. Auch einige Touristen nutzen das Angebot und kommen seit Jahren am Abreisetag mit dem Auto oder Wohnwagen vorbei, um die Produkte für die Zeit nach dem Urlaub mitzunehmen. Wer einmal in der Mühle war, wird dies so schnell nicht vergessen.

„Wir produzieren verschiedene Mehlsorten und -typen von hell bis dunkel. Alle, die zu Hause gerne ein Brot, Brötchen oder einen Kuchen backen, finden bei uns eine gute Auswahl“, betont Ludwig Lippert.

Was Ludwig Lippert grundsätzlich an seiner Mühle besonders schätzt? „Das gesamte Erlebnis von den Geräuschen bis zu den Gerüchen“, strahlt der 52-Jährige, „und eben die Gespräche mit den Kunden. Es ist immer interessant, sich über die Backkünste auszutauschen und auch den einen oder anderen Tipp weitergeben zu können.“ So kommt es ab und an vor, dass Kunden ein selbst gemachtes Brot, das mit den Zutaten der Schaubmühle gebacken wurde, vorbeibringen und Ludwig Lippert eine Kostprobe erhält. Allgemein sei das Feedback immer „sehr interessant und auch eine gewisse Bestätigung für die kleine Mühle und den kleinen Laden.“

Apropos kleiner Betrieb: Neben Ludwig Lippert arbeiten in der familiengeführten Handwerksmühle, die montags bis samstags geöffnet hat, lediglich vier weitere Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. Die Tante ist mit 88 Jahren ebenfalls noch fleißig dabei und unterstützt den Betrieb hin und wieder ehrenamtlich.

Und wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag für Ludwig Lippert aus? Ab sieben Uhr in der Früh lässt der 52-Jährige die Mühle laufen und mischt jene Produkte, bei denen der Vorrat knapp geworden ist. Der Vorgang geht über den gesamten Tag und muss immer wieder überwacht werden. „Die körperliche Arbeit steht nicht mehr so sehr im Vordergrund wie früher, inzwischen laufen die Maschinen größtenteils automatisiert. Dennoch wird einiges noch händisch gemacht, alle Abläufe werden ständig überprüft. Das Getreidekorn wird Stück für Stück zerkleinert, insgesamt 16 Zerkleinerungsstufen umfasst dieser Prozess. Da- bei wird immer wieder Mehl entzogen, um die Backfähigkeit möglichst zu schonen. Am Ende werden die Einzelteile dann wieder zusammengemischt, damit die gewünschten Mehltypen und Backqualitäten generiert werden. „Ich bin auch ein Fan davon, nussige Noten mit einfließen zu lassen, da sie den Geschmack um Nuancen verändern“, verrät Lippert, der parallel zur Bedienung der Mühle um acht Uhr den Laden öffnet und ihn fortan leitet. Teilweise fährt er auch selbst das Mehl zu den Kunden aus.

In 35 Jahren sind so einige kuriose und unvergessliche Dinge in der Mühle passiert, eine Anekdote wird Ludwig Lippert aber nie vergessen:

„Irgendwann sind vom Bach in der Nähe regelmäßig Wildenten zu uns in den Hof spaziert und haben dort sämtliche Körner aufgegessen. Dies wurde für sie dann zur Gewohnheit, bis sie eines Tages plötzlich keine Körner gefunden haben und eine Ente in den Laden gekommen ist, um sich lautstark zu beschweren.“

Ein schönes Beispiel, das den Charme der Handwerksmühle noch einmal deutlich macht.