Schließen

Angebote

Veranstaltungen

i

Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

Museen

Sport & Freizeit

Mobil & Aktiv

Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen

Aus Nordheim für NØRDHEIM

Ein Tiny House ist für Johannes Müller nur der Anfang

Fotos: studio zudem Text: Nico Eichelbrönner

 

Respekt, was junge Menschen an der Mainschleife auf die Beine stellen! Was man aus der Großstadt oder aus den Metropolen kennt, entsteht geistig und handwerklich durch einen echten „Mainschleifler“. Unterhält man sich mit Johannes Müller, dauert es nicht lange, ehe man seine Begeisterung für einen minimalistischen Wohnstil spürt. Der 27-Jährige ist gelernter Zimmermann und hat vor Kurzem die Chance erhalten, seinem großen Traum ein Stück näher zu kommen: Der Grundstein ist gelegt – sein erstes Tiny House ist fertig und steht in der Nähe des Weinfestplatzes in Nordheim. Für ihn gilt auch aus beruflicher Sicht: einmal Mainschleife – immer Mainschleife!

„Von Anfang an war uns klar, dass Jo Müller der Richtige für dieses Projekt ist, da er genauso wie wir für die Sache brennt!“, so der Bauherr Florian Faber vom regionalen Volvo Autohaus Faber, der mit seiner Schwester Katrin Faber, Architektin und Innenarchitektin, einen regionalen Partner für ihr gemeinsames Vorhaben NØRDHEIM – Tiny Huts gesucht und gefunden hat. Die ,,Minihäuser“ werden nun bei Johannes Müller in Serie produziert.

Welche Vorteile Johannes Müller konkret in den Tiny Houses sieht und warum es definitiv nicht bei einem bleiben wird, verrät der Nordheimer im Gespräch mit der Mainzeit-Redaktion.

Das Leben in einem solchen Minihaus ist in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zum Trend geworden. Immer mehr Menschen sind glücklich, auf begrenztem Raum und auf wenigen Quadratmetern zu wohnen. Dieser Lebensstil ist zum einen kostengünstig und zum anderen auch aus ökologischen Gesichtspunkten attraktiv. „Beim Bau eines Tiny Houses benötigt man nicht zu viele Ressourcen. In einer Zeit, in der das Bauen unter anderem aufgrund der Materialknappheit immer teurer wird, ist ein Leben in einem kleinen Wohnraum aus verschiedenen Gründen interessant“, erklärt Müller, der bei einer regionalen Holzbaufirma seine Ausbildung zum Zimmermann absolviert hat, ehe er ein Jahr bei einer großen Fertighausfirma arbeitete. Anschließend zog es ihn in die Schweiz, wo aus Baumstämmen ausschließlich kanadische Blockhäuser gesägt wurden.

Im Anschluss daran besuchte der Blondschopf zwei Jahre lang eine Technikerschule, um daraufhin im August 2019 seine eigene Zimmerei anzumelden. Neben konventionellen Projekten wie Carports, Terrassen, Dachfenstern, kleinen Dachstühlen und Gauben hat Johannes Müller eine besondere Leidenschaft für das „Leben auf kleinem Fuß“ entwickelt. Schließlich ist dort alles vorhanden, was Mann oder Frau zum Leben benötigt. Auf 18 Quadratmetern gibt es eine Küche, Dusche, Warmwasser, einen Kühlschrank, ein Stockbett und vieles mehr. Was Johannes Müller besonders dazu bewegt, den Menschen den Traum vom Eigenheim zu ermöglichen: Das Tiny House steht autark, die Energieversorgung wird über die Sonne mit einem großen Speichermedium gewährleistet, Wasser wird vom Brunnen ins Haus befördert und insgesamt werden keine chemischen Mechanismen in Gang gesetzt.

 

„Beim Bau eines Tiny Houses benötigt man nicht zu viele Ressourcen.“

­– Johannes Müller über die Vorteile der „Minihäuser“

 

Durch die Ständerbauweise wird wenig Material benötigt und man kann auf biologische Rohstoffe zurückgreifen. So ist das Tiny House in Nordheim komplett mit Schafwolle isoliert, was für Johannes Müller ökologisch absolut vertretbar und zudem für das Raumgefühl sehr gut ist.

Auch für den Verbraucher sieht er einige Vorteile: Zum einen bieten sich die Minihäuser für Studenten zur Miete an oder für Paare, die ein normales Haus nicht stemmen wollen oder können. „Zum anderen“, schildert Müller, „ist es ein Stück weit auch eine Lebensphilosophie. Man hat weniger Stress und ist flexibel. Wenn man jobbedingt den Wohnort wechseln muss, kann das mobile Zuhause eben in die neue Heimat mitgenommen werden.“ Zudem sei diese Art von Wohnmodul eine spannende Alternative als Alterswohnsitz.

Da die Nachfrage nach einem smarten Wohnraum steigt, hat sich der 27-Jährige eine 600 Quadratmeter große Halle in der Region gemietet, wo künftig weitere Minihäuser gebaut werden. In Zukunft sollen Modulbauten mit dem doppelten Wohnraum, sprich 36 Quadratmetern, angeboten werden. Der Transport werde dann zwar etwas schwieriger, dennoch wird Müller, der in der Region rund um die Mainschleife verwurzelt ist und sich aufgrund seiner beruflichen Laufbahn auch ein großes Netzwerk im süddeutschen Raum sowie in Österreich und der Schweiz aufgebaut hat, die Häuser komplett schlüsselfertig bereitstellen.

Einige Vorschriften gibt es dabei jedoch zu beachten: Weil das Minihaus auf einem speziellen Anhänger steht und mobil ist, muss es die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung erfüllen.

So darf ein Tiny House beispielsweise nicht schwerer als 3,5 Tonnen sein. „Behördengänge gehören vor dem Bau definitiv mit dazu. Es geht darum, vorab die Baugenehmigung einzuholen und verschiedene Dinge zu berücksichtigen.“ Johannes Müller hofft darauf, dass in der Zukunft immer mehr Verständnis für das Aufstellen dieser kleinen Häuser herrscht. Beispielsweise bei Schrebergärten sieht der 27-Jährige keine Probleme. Dazu kommt, dass so ein Tiny House durchaus ein Hingucker ist. Welche Wünsche der naturverbundene Nordheimer darüber hinaus hat: „Wenn man durch verschiedene Dörfer fährt, sieht man oft Baulücken und unbebaute Grundstücke. Diese gehören häufig alteingesessenen Ortsbewohnern, die nicht bauen wollen, aber nicht verkaufen müssen. Mein Bestreben ist es, auf diese Grundbesitzer zuzugehen und Pachtverträge abzuschließen.“ Schließlich könnte man dort „ein mobiles Haus auf Rädern oder Sattelschleppern platzieren, das dann nach dem Ablauf des Vertrags entweder wieder woanders hin transportiert wird oder am selben Ort bleiben kann. „Dies würde helfen, Baulücken zu nutzen, sie schön zu machen und Wohnraum zu generieren. Außerdem hilft es dabei, junge Menschen im Ort zu halten und sie nicht zu verlieren.“

Schließlich sei er selbst in Nordheim lange auf Wohnungssuche gewesen. Ein Tiny House auf eine Baulücke zu ziehen, wäre nach Ansicht von Johannes Müller die perfekte Lösung gewesen. Sicher ist, dass der Zimmermann in den kommenden Jahren seiner Leidenschaft weiter nachgehen und sich dafür einsetzen wird, dass das minimalistische Wohnen mehr als nur eine Alternative ist. Und vielleicht bekommt der 27-Jährige dabei auch Unterstützung von seinem älteren Bruder Max, der aktuell in Innsbruck sein Bauingenieurwesenstudium absolviert. „Ich würde mich natürlich freuen, wenn er irgendwann mit einsteigt und wir dann mit vereinten Kräften noch mehr erreichen können“, wirft Johannes Müller einen Blick in die Zukunft, die für ihn definitiv einige spannende Projekte bereithält.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.