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Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

Museen

Sport & Freizeit

Mobil & Aktiv

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Ein Tag auf dem Main

– mit der Wasserschutzpolizei

Die meisten haben die Polizei schon im täglichen Einsatz erlebt: Fahrzeuge kontrollieren, Unfälle aufnehmen, Ordnungswidrigkeiten ahnden, Veranstaltungen sichern, Menschen und Sachwerte schützen. Alles gängige Aufgaben – jedenfalls in Städten und Gemeinden. Aber wie sieht es auf Gewässern wie dem Main aus? Eines wird beim Besuch an Bord schnell klar: Langeweile gibt es nicht!

 

Text: Jörg Beckmann, Fotos: studio zudem

„Wichtig ist – wie im Straßenverkehr an Land auch – die gegenseitige Rücksichtnahme. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn es an schönen Tagen viele Menschen an den Main zieht.“

 
Polizeihauptkommissar Bernhard Stephan

Polizeihauptkommissar Bernhard Stephan steht am Steuer stand des Streckenbootes „WSP 23“, der „Henneberg“, und fährt mit geringer Geschwindigkeit mainabwärts oder zu Tal, wie man in der Binnenschifffahrt sagt. Es ist noch recht früh am Morgen, doch schon jetzt verspricht es, ein schöner, warmer Sommertag zu werden. Und es könnte ein arbeitsreicher Tag werden, vermutet er: „Es sind derzeit sehr viele Gäste am Main.“ Der 59-Jährige ist der Leiter der unter anderem für den Main bei Volkach und Umgebung zuständigen Wasserschutzpolizei der Polizeiinspektion Schweinfurt.

Sein Arbeitstag hat bereits um sechs Uhr begonnen – mit der routinemäßigen Dienstbesprechung. Keine zwei Stunden später steht er auf seinem Dienstfahrzeug, zusammen mit seinen Kollegen, Polizeioberkommissarin Jennifer Heuß und Polizeihauptmeister Marcel Weippert. Nachdem sie die „Henneberg“ „seeklar“ gemacht, also für den Einsatz vorbereitet und alle polizeilichen sowie nautischen Geräte in Betrieb genommen und überprüft haben, starten sie von ihrem Liegeplatz im Neuen Hafen in Schweinfurt ihre Streifenfahrt auf dem Main.

Das Aufgabenfeld der Wasserschutzpolizei ist breit gefächert und ähnelt in vielerlei Hinsicht dem der Kolleginnen und Kollegen an Land. Kontrollfahrten zählen ebenso dazu wie die Aufnahme von Unfällen, das Ahnden von Verstößen, Vermisstensuche und vieles mehr. „Das meiste ist Routine, aber die wird auch häufig durch plötzliche Einsätze unterbrochen“, erklärt Heuß.

Mithilfe einer ausklappbaren Plattform an Deck ihres Streckenbootes gelangen die Beamten sicher an Bord des Schiffes.

Zur Routine zählt beispielsweise das Kontrollieren der Berufsschifffahrt und deren Besatzungen.

„Anders als im Straßenverkehr können wir ein mehr als 100 Meter langes Frachtschiff aber nicht einfach anhalten. Erstens kann man auf dem Main nicht mal eben rechts ranfahren und zweitens darf ein Schiff nur an extra ausgewiesenen Stellen am Ufer anlegen. In der Regel „borden“ wir ein Schiff, gehen also während der Fahrt an Bord. Gelegentlich nutzen wir die Zeit, während ein Schiff in einer Schleuse zu Berg oder zu Tal geschleust wird.“

Zum Borden geht die „Henneberg“ längsseits, fährt also mit derselben Geschwindigkeit wie das zu kontrollierende Schiff. Mithilfe einer speziellen, ausklappbaren Plattform an Deck des Streckenbootes gelangen die Beamten sicher an Bord. Dort überprüfen sie unter anderem die Ausrüstung des Schiffes, die nötigen Ladepapiere und insbesondere die Vollzähligkeit sowie die Eignung der Besatzung. Ebenso wichtig: Sie schauen auf die Einhaltung umweltrechtlicher Bestimmungen wie zum Beispiel den Umgang mit Altölen aus dem Maschinenraum sowie Abwässern und Müll aus dem übrigen Schiffsbetrieb. Rund eine Stunde dauert das im Normalfall – deutlich länger als auf der Straße.

Kontrollen dieser Art führt die Wasserschutzpolizei ganztägig durch.
„Jedoch gerade nachmittags sind bei schönem Wetter viele mit ihren Sportbooten unterwegs, vor allem aber an den Wochenenden. Auch hier überprüfen wir stichprobenartig. Besteht für das jeweilige Boot eine Führerscheinpflicht? Ist das Boot für den Verkehr zugelassen? Sind beim Bootsführer Alkohol, Drogen oder ein Medikamentenmissbrauch festzustellen?“,
zählt Bernhard Stephan auf. „Wichtig ist – wie im Straßenverkehr an Land auch – die gegenseitige Rücksichtnahme. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn es an schönen Tagen viele Menschen an den Main zieht“, betont der erfahrene Beamte. „Zumal die Erfahrung aus zum Teil schweren Unfällen mit Sportbooten zeigt, dass hier die Überwachung und Kontrolle durchaus sinnvoll und mitunter lebensrettend sein kann.“

Problematisch war das vor allem 2020, im ersten Corona-Sommer.
„Viele Deutsche haben Urlaub im eigenen Land gemacht und auch in und um Volkach war deutlich mehr los als in den Jahren zuvor. Da glichen die Ufer des Mains, insbesondere des Altmains, an manchen Tagen einem Mittelmeerstrand im August. Das hat nicht überall Begeisterung hervorgerufen“, erinnert sich Stephan.

 

Während er das sagt, kommt über Funk ein Einsatz: „Unfall in der Nähe der Vogelsburg“.
In Astheim sind Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn zu sehen und zu hören. Wanderer sollen auf dem Mainwanderweg verunglückt sein – und der verläuft teilweise direkt entlang des Flusses. Dann geht alles sehr schnell: Das offene Streifenboot, die „WSP 29“, lag eben noch am Ufer auf dem Bootstrailer und wurde von zwei Beamten für eine Streifenfahrt auf dem Main vorbereitet. Jetzt wird das deutlich kleinere, aber eben auch sehr schnelle und wendige Polizeiboot der Wasserschutzpolizei Schweinfurt in weniger als einer Minute zu Wasser gelassen und rast mit zwei Beamten zur Unfallstelle. Die „WSP 23“ nimmt ebenfalls schnell Fahrt auf und erreicht wenige Minuten später die Unfallstelle.

Diesmal ist eine Frau gestürzt und hat sich nach erster Diagnose der Einsatzkräfte eine Verletzung zugezogen, die einen Abtransport über das Wasser nötig macht. Da es in der Nacht noch geregnet hatte, war der Boden aufgeweicht und rutschig. Es ist nicht das erste Mal, dass Wanderer den Weg unter- und die eigenen Kräfte überschätzen. Mit wieder einmal schlimmen Folgen. Tourismusfachleute empfehlen daher, auf die Nutzung des Wegs in diesem Bereich zu verzichten.

Während Feuerwehr und Wasserwacht, die ebenfalls in Fällen wie diesen alarmiert wird, Erste Hilfe leisten und die Frau auf eine Trage legen, nehmen die Beamten der Wasserschutzpolizei alle Details auf, befragen die Begleiter der Frau und machen Fotos von der Unfallstelle. Mithilfe eines der Boote wird die Verletzte ans andere Ufer gebracht; dort warten bereits der Notarzt, ein Rettungswagen sowie eine Polizeist- reife der an Land zuständigen Polizeiinspektion.

„Jeder Polizeieinsatz bedeutet zumeist einen gewissen Aufwand“, kommt es vielsagend von Bernhard Stephan. Was er damit meint, schiebt er gleich hinterher: „Die Polizei, auch die Wasserschutzpolizei, ist rund um die Uhr für die Sicherheit der Menschen da. Trotzdem verursacht jeder Einsatz Kosten, das wird aber von vielen übersehen.“

Hier fällt ebenfalls wieder der Begriff „gegenseitige Rücksichtnahme“. Diesmal war es ein Unfall, wie er täglich passiert und der weder mit Leichtsinn noch mit mangelnder Vorsicht zu tun hatte. Aber Stephan hat Situationen erlebt, in denen Einzelne ohne Rücksicht auf andere oder das Gemeinwohl für einen aufwändigen und letztlich teuren Einsatz verantwortlich waren. Wenn dafür dann noch die Einsatzkräfte ihr Leben riskieren müssen, um beispielsweise andere zu retten, hört für ihn der Spaß auf.

Stichwort Spaß: Alle an Bord lieben ihren Job.

„Wer kann schon an Tagen wie diesen den ganzen Tag Boot fahren und das schöne Wetter genießen?“, bringt es der Dienstälteste auf den Punkt und ergänzt: „Natürlich machen wir hier in erster Linie unsere Arbeit, aber Tatsache ist, dass wir viel in der Natur sind. Und das darf dann auch mal Spaß machen.“ Übrigens das ganze Jahr, also ebenso in den kalten und nassen Wintermonaten. „Und selbst dann sind wir alle gern an Bord“, kommt es unisono von der Besatzung.

Inzwischen ist es später Nachmittag und die „Henneberg“ hat wieder an ihrem Liegeplatz im Schweinfurter Hafen festgemacht. Nach „seeklar zurück“ geht die Besatzung von Bord. Offiziell ist um 17 Uhr Dienstschluss, doch je nachdem, welche Einsätze im Lauf des Tages zu absolvieren waren, kann es auch mal später werden. Doch das sehen alle Crewmitglieder gelassen: Für sie ist die Arbeit bei der Wasserschutzpolizei ein Traumjob

Die WSP-Gruppe Schweinfurt

Die WSP-Gruppe der Polizeiinspektion Schweinfurt besteht derzeit aus sieben Männern und einer Frau. Der Dienstbereich der WSP-Gruppe Schweinfurt ist mit einer Fläche von ca. 4.100 Quadratkilometern größer als das Saarland. Er erstreckt sich, neben der landseitigen Zuständigkeit für die Verfolgung von Umweltstraftaten, auf die Landesgewässer der Region Main-Rhön und auf ca. 67 Kilometer der Bundeswasserstraße Main, von der Schleuse Gerlachshausen bis zur Schleuse Limbach.

Als Fahrzeuge kommen ein Streckenboot „WSP 23“ „Henneberg“, ein offenes Streckenboot „WSP 29“ und zwei VW T6 mit Allradantrieb, erhöhter Bodenfreiheit sowie spezieller Ausrüstung für die Sachbearbeitung von Umweltdelikten zu Einsatz. Die beiden VW-Busse dienen auch als Zugfahrzeuge für das auf einem Bootstrailer geführte offene Streckenboot.