Schließen

Angebote

Veranstaltungen

Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

Museen

Sport & Freizeit

Mobil & Aktiv

Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen
Schließen

70 Jahre Volkacher Weinfest

10. – 14. August 2018

Fotos: atelier zudem, Text: Peter Pfannes
 

Das Fränkische Weinfest in Volkach zieht alljährlich rund 50.000 Menschen in seinen Bann. Es ist das größte in Franken! Mitte August wird der Weinfestplatz am Rande der Volkacher Altstadt zum Mekka von Weinliebhabern aus nah und fern. 140 köstliche Weine und kulinarische Leckereien vom Fisch über fränkische Burger, vom Flammkuchen bis hin zu Schweinehaxen erwarten die Gäste.


Mit einem Blick auf das Jubiläumsweinfest plaudern an unserem Mainzeit-Weinfest-Stammtisch vier Insider des Weinfestes aus dem Nähkästchen: Die Volkacher Weinprinzessin Alina Wiederer, die Symbolfigur Volkacher Ratsherr Werner Burger, Fischbratereiinhaberin Michaela Gerstner-Scheller sowie Weinfeststammgast und Ur-Volkacher Martin Haupt.

Alina Wiederer

Volkacher Weinprinzessin, 22

„Zusammen mit dem Weinadel und dem Bürgermeister auf der Bühne vor zehntausend Menschen zu stehen, ist schon sehr aufregend“, erzählt Alina Wiederer von ihrer Gefühlswelt beim Auftakt des Weinfests. „Ich habe meine vorbereitete Rede bei mir und so viel kann ja eigentlich nicht passieren“, schildert die Studentin in Fitness-Ökonomie. Im Mittelpunkt zu stehen, ist Alina eigentlich nicht gewohnt. Im Trubel des Volkacher Weinfests ändert sich das schnell. Viele Fragen der Gäste darf sie beantworten, sich auf Fotos mit den Besuchern ablichten lassen. „Die Leute sind alle freundlich und offen, lustig und gut gelaunt“, schwärmt sie von höflichen Menschen jeden Alters. „Wenn mich die Menschen als Weinkönigin ansprechen, muss ich sie immer korrigieren. Ich bin ja nur Weinprinzessin.“

„Die Leute sind alle freundlich und offen, lustig und gut gelaunt.“


Während die meisten Franken trockenen Wein bevorzugen, hat sich Alina mehr den lieblichen Rebensäften verschrieben. „Spätlesen dürfen es gerne sein.“ Einen ganzen Schoppen genehmigt sie sich allerdings erst nach Dienstende. Dann am liebsten zusammen mit Freunden. Das Dirndl weicht der Jeans, das Krönchen bleibt allerdings auf dem Haupte. Sitzfleisch hat Alina wenig. „Wenn man auf dem Weinfest seine Runden dreht, trifft man unendlich viele Bekannte von heute und früher.“ Als gebürtige Volkacherin war sie schon als Kind auf dem Weinfest. „Da interessierten mich vor allem der Rummelplatz und der Süßigkeitenstand.“ Im Weinfestzelt spielten die Kinder damals mit den Bänken und Tischen, bauten kurzweilige Rutschen. Für das Jubiläumsweinfest 2018 – es ist das 70. – hat sie nur einen Wunsch: „Schönes Wetter.“

Werner Burger

Symbolfigur Volkacher Ratsherr, 72

Wenn Werner Burger beim Weinfest als Symbolfigur der örtlichen Weinlage auf der Bühne steht, lösen die vielen begeisterten Menschen bei ihm Jahr für Jahr ein unbeschreibliches Glücksgefühl aus. Seit über zehn Jahren ist er als Symbolfigur im Einsatz. Die vielen weinseligen und fröhlichen Gäste seien ein Erlebnis der besonderen Art. Er liebt die Begegnungen mit den Menschen. Gemeinsam mit der Weinprinzessin marschiert er durch die Tischreihen und  findet jede Menge Kontakt. „Wenn Alina dabei ist, wird man meist von jungen Leuten angesprochen. Wenn ich alleine unterwegs bin, sind es meist Ältere“, schmunzelt der 72-Jährige.

„Viele wollen ein Foto mit mir“, erzählt er.

Natürlich werden die Wünsche der Besucher erfüllt. Die meisten Weinfestbesucher seien Dauergäste und kämen seit vielen Jahr immer wieder zum Schoppentreff. „Viele Gesichter kommen mir bekannt vor.“

Werner Burger ist in Ebrach geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Volkach. Sein Elternhaus stand am Unteren Tor, nur einen Steinwurf vom Weinfestgelände entfernt. „In meiner Jugendzeit konnte ich nicht schlafen und musste am Weinfest bleiben, bis die Musikkapelle zu spielen aufhörte“, scherzt der Ratsherr. Es gibt auch ein besonderes Erlebnis: „Als ich mein erstes Gehalt als Schriftsetzerlehrling mit nach Hause brachte, habe ich das meiste Geld an der Schießbude ausgegeben.“ Der Lohn für die vielen Treffer war eine Flasche Wermut. Das Ergebnis der folgenden Stunden war umwerfend. „Da war das Weinfest dann gelaufen“, lacht Werner.

Im Laufe der Jahrzehnte hat er viele Veränderungen festgestellt. Am gravierendsten: „Das Fest war früher viel kleiner und gespielt hat nur die Volkacher Stadtkapelle.“ Heute machen moderne Gruppen Partystimmung vor 50.000 Menschen. Aber auch die Stadtkapelle ist noch am Start. Wie früher ist das Weinfest für den Ratsherrn ein Megaevent und die Zusammenarbeit mit den Weinprinzessinnen „hält mich jung.“ Alina ist die fünfte Weinprinzessin an seiner Seite. Und weil seine jungen Begleiterinnen selbstbewusst sind und „ihre eigenen Vorstellungen haben, richte ich mich halt oft nach ihnen“. So funktioniert Teamwork perfekt. Neben einer guten Kondition die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Weinfest.

Martin Haupt

Weinfeststammgast, 78

Mit seinen 78 Jahren ist er der älteste Weinfestspezialist in der Runde. Er hat alle 69 Volkacher Weinfeste miterlebt. „Wir fangen am Freitag an und hören am Dienstag auf“, sagt er. Man muss schon trinkfest sein, um auch noch am letzten Tag des Genussmarathons fit zu sein. Ein Geheimrezept für gute Kondition hat er nicht. „Da muss man einfach durch“, meint Martin Haupt.


„Die Größe des Festgeländes hat sich bis heute vervierfacht.“


Wenn er an seine ersten Weinfesterlebnisse zurückdenkt, kommen ihm spontan die Boxkämpfe in den Sinn. Wo heute die Bühne steht, war damals ein Boxring aufgebaut. Wegen der guten Resonanz sei damals die Idee entstanden, drum herum ein Weinfest ins Leben zu rufen. Mit Erfolg! „Die Größe des Festgeländes hat sich bis heute vervierfacht“, sagt der Routinier. Was sich nicht verändert hat, sind die Namen der Winzer, die sich am Weinfest beteiligen. Veränderungen gab es aber bei der Weinvielfalt. Heute können an Frankens größter Weintheke unter freiem Himmel weit über hundert Weine auf Herz und Nieren getestet werden.


Gewandelt hat sich auch das Drumherum beim Weinfest. „Früher hat es viele Schlägereien gegeben. Heute ist es ein friedliches Miteinander“, erzählt der Rentner. Polizisten waren früher kaum am Festgelände zu sehen. Lediglich die Militärpolizei der Amerikaner schaute sich gelegentlich um. „Damals waren noch viele US-Soldaten in der Nähe stationiert.“ Wenn er an seine Jugendzeit zurückdenkt, erinnert er sich an „von unzähligen Menschen umlagerte Autoskooter, das Ponyreiten und das riesige Kettenkarussell. „Ja, auf dem Rummelplatz haben wir unser Weinfestgeld ausgegeben, das allerdings nie gelangt hat.“ Das Weinfestgeld hat bei den Haupts Tradition und so wird es nach wie vor für alle Haupt-Generationen ausgezahlt.

Michaela Gerstner-Scheller

Fischbratereiinhaberin, 44

Schon als kleines Kind hing Michaela Gerstner-Scheller am Rockzipfel ihrer Mama, die auf dem Weinfest Fischgerichte zubereitete. Ihre Mutter ist bereits verstorben. Geblieben ist in der Fischbraterei die unbändige Leidenschaft, die Besucher mit köstlichem Fisch zu verwöhnen. Für den Fischzuchtbetrieb aus Obervolkach sind die Weinfesttage eine Herausforderung. Fünf Mitarbeiter „arbeiten im Hintergrund“ und bereiten die Fische im Betrieb vor. Sechs „Mann“ sind im Fischstand beschäftigt. „Die Erschöpfung merkt man erst, wenn die Weinfesttage rum sind“, erzählt Inhaberin Michaela Gerstner-Scheller. Sie liebt die gute Stimmung im eigenen Team und unter den zigtausend weinseligen Menschen.

 

„Trotz Dauerbelastung werden bei mir jede Menge Glückshormone ausgeschüttet“, schildert die Fischzuchtchefin.

 

Ihr Vater hatte die Idee mit dem Fischstand. Das Debüt auf dem Volkacher Weinfest ging allerdings ziemlich in die Hose. Die meisten Fische wurden verschenkt und der kleine Gewinn gleich beim Weinfest „versoffen“. Erst als ihre Mutter, eine ehemalige Gastwirtstochter, das Heft in die Hand nahm, startete die Erfolgsgeschichte der Fischbraterei. Der Papa entwickelte eine besondere Gewürzmischung, die auch heute noch als Geheimnis gehütet wird. Die Mama kümmerte sich um das Organisatorische. Von klein auf war Michaela Gerstner-Scheller mit ihren beiden Schwestern im Stand dabei. Allerdings durften sich die drei Mädchen nur im Zelt hinter dem Fischstand aufhalten, denn das heiße Fett der Fritteusen war zu gefährlich. „Wir mussten die Servietten per Hand zusammenfalten und das Besteck rollen“, erinnert sie sich. Als Lohn gab es das „Weinfestgeld“. „Das Geld haben wir auf dem Rummelplatz auf den Kopf gehauen“, erinnert sie sich an aufregende Minuten auf dem „Hoppser“ (runde Drehscheibe), im Autoskooter und auf der Schiffschaukel.


Während der Weinfesttage heute haben Michaela Gerstner-Scheller und ihr Mann Robert keine Zeit zum Feiern. Wenn im Stand überhaupt einmal Zeit zum Luftholen ist, dann kümmern sie sich um ihre drei Jungs. Die hängen zwar nicht am Rockzipfel ihrer Mama, doch im Zelt hinter dem Stand stehen sie als kommende Fischbratereigeneration schon in den Startlöchern. Beim nächsten Weinfest werden Johannes (13), Franz und Karl (beide 11) noch nicht an der „Front“ zu finden sein. Aber fünf Jahre später beim Jubiläumsweinfest 2023 ist stark mit ihnen zu rechnen.

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.