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Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

Museen

Sport & Freizeit

Mobil & Aktiv

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Wenn die Mainschleife zum blutigen Tatort wird

Ein Gespräch mit der Nordheimer Krimiautorin Alexa Glaser über ihre Lust am schreibenden Morden

Eine Norddeutsche schreibt einen Krimi, der in Nordheim am Main spielt: „Geschmacklos im Abgang – Mord an der Mainschleife “ heißt der Erstling der Jung-Nordheimerin Alexa Glaser.

Es geht um drei Bewohner Nordheims, von denen einer eine brisante Entdeckung macht: Sein Nachbar führt scheinbar ein Doppelleben. Der Beobachter beschließt, das Geheimnis dessen konservativer Ehefrau zu offenbaren. Daraufhin entwickelt sich eine Dynamik zwischen den drei Hauptpersonen, die von Gewissensbissen und Selbstjustiz geprägt ist. Die Schauplätze sind in Nordheim am Main und an der Mainschleife zu finden: In den Winzerkellern werden Jungweine probiert, auf der Hallburg werden Geschäftsgespräche geführt und im Rathaus treffen Rivalen aufeinander.

Wir sprachen mit der Autorin – „im wirklichen Leben“ selbstständige Unternehmensberaterin – über ihre Krimileidenschaft.

 

Mainzeit: Moin Frau Glaser, wie fühlt man sich als Norddeutsche an der Mainschleife? War da Liebe im Spiel, z. B. zum Wein?

 

Alexa Glaser (lacht): Moin Frau Eden, ich fühle mich hier sehr wohl! 2017 kam ich nach Bay- reuth fürs Studium. Gleich zu Beginn habe ich meinen jetzigen Ehemann aus Nordheim kennengelernt. Also kurzum: Wegen des Wissensdurstes gekommen und wegen der Liebe und des guten Wetters geblieben.


Sie haben Volkswirtschaft und Philosophie studiert – das ist an sich schon eine interessante Kombination. Wie passt denn da Ihre Krimilust mit Mord und Totschlag hinein?

 

Glaser: Philosophie, besonders die Ethik, hat mich schon immer interessiert. Welches Handeln ist richtig, welches falsch? Das ist eine der Fragen, die sich in jedem Kriminalfall wiederfindet; die Bewertung wirkt sich auf das Strafmaß aus. Die Volkswirtschaftslehre ist das Pendant, um politische und unternehmerische Handlungen ganzheitlich zu bewerten. Dazu sind wirtschaft- liche Kenntnisse unabdingbar für das erfolg- reiche Vertreiben des eigenen Buches. (lacht)

 

Krimis mit regionalem Bezug haben Hochkonjunktur; vor allem die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde, in der ein fiktives Verbrechen geschieht, haben zumeist ihre Freude daran und rätseln genau wie Gäste/ Besucher eines Orts, welche real existierende Person wohl Pate gestanden haben könnte für eine der Krimifiguren. Wie ist das bei Ihrem ersten Krimi? Und: Wie wurde Ihr Buch, das Sie im Selbstverlag herausgebracht haben, von den Nordheimern aufgenommen?

 

Glaser: An dieser Stelle sollte ich offiziell auflösen: Die Charaktere im Buch besitzen eine bunte Mischung an Eigenschaften, die keinerlei Bezug zu bestimmten Personen aufweisen. – Die Nordheimer haben sehr positiv auf das Buch reagiert, besonders auf den Regionalbezug. Ich wurde in die Weinberge eingeladen, mir wurde die Schnapsbrennerei erklärt und ich durfte mir Fachbücher ausleihen. Ein besonderer Dank für diese Unterstützung gilt dem Weingut Michael Büttner und der Edelbrennerei „Glos Destillate“. Viele Weingüter legen mein Buch aus oder haben es im Schaufenster platziert. Aus der DIVINO hatte ich für weiteres Fachwissen mit Paul Glaser Kontakt, welcher dort für Qualitäts- und Weinbergsmanagement verantwortlich ist. Bei meinen Lesungen habe ich eine Menge neugierige Fragen beantworten und nette Menschen kennenlernen dürfen. Die Lesungen bieten auch die Möglichkeit, zum Beispiel Touristen ein abendliches Programm mit einem guten Schoppen anzubieten.

 

Krimiautoren sagen oft, ihnen kommen ihre Ideen für eine Krimihandlung zuweilen beim Hören, Lesen oder Erleben von alltäglichen Dingen, Situationen oder Nachrichten. Wie ist das bei Ihnen, Frau Glaser?

 

Glaser: Ich interessiere mich sehr für Menschen, ihre Moral und die Psychologie dahinter. Mit etwas Fantasie kann aus jeder Alltagsinformation eine Geschichte kreiert werden. Als ich hierher gezogen bin, kam mir Nordheim beinahe zu idyllisch vor. Ich beobachtete Winzer in den Weinbergen und erfasste nach und nach das Dorfgeschehen: Wie geht man miteinander um? Welche Gepflogenheiten fallen mir aus meiner norddeutschen Perspektive sofort ins Auge? Auch das Produkt Wein fasziniert mich: Vom Anbau bis zum hochwertigen Tropfen sind eine Menge Produktionsschritte notwendig. Dementsprechend fallen das ganze Jahr über vielseitige Aufgaben und Entscheidungen an. Das alles lässt viel Spielraum für das Verfolgen wirtschaftlicher Interessen – auch auf kriminellem Wege.

Und wenn die Grundidee steht, wie geht’s dann weiter?

 

Glaser: Der Plot muss gut strukturiert und vorbereitet sein, bevor die erste Zeile geschrieben wird. Dazu gehören nicht nur Fachwissen und bei einem Regionalkrimi eine gute Ortskenntnis. Außerdem müssen Handlungen, Personenkonstellationen, Charaktere im Detail, Hintergrundinformationen der Schauplätze und überraschende und realistische Wendungen vorab feststehen, sonst kann es beim Schreiben zu logischen Fehlkonstruktionen kommen. Außerdem müssen die Personen für den Leser nachvollziehbar handeln. Mordmotive sind vielseitig und höchst individuell.

 

Nach dem überaus positiven Echo auf Ihr Debüt hört man, Sie würden bereits am nächsten Krimi arbeiten, der auch wieder an der Mainschleife spielen soll. a) Stimmt das? Und b) Wenn ja, machen Sie uns doch bitte neugierig und verraten etwas!


Glaser: Ja, das stimmt! Ich habe mich für das zweite Buch – diesmal ein klassischer Detektivkrimi – weitergebildet und an meinem Schreibstil gefeilt. Zum Inhalt: Es wird eine Leiche in Nordheim entdeckt. Die Ermittlerin findet sich in für sie ungewöhnlichen Umständen wieder: Das Opfer war mit mehreren Personen offen liiert. Auch spielt Transsexualität eine Rolle. Während ihrer Arbeit ist es für die Ermittlerin – und vielleicht auch für die Leserin oder den Leser – herausfordernd, sich nicht zu Fehlurteilen verleiten zu lassen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein und miträtseln! Voraussichtlicher Veröffentlichungstermin ist der 1.5.2023.

 

Fotos: studio zudem
Text: Katja Eden

„Geschmacklos im Abgang. Mord an der Mainschleife“

300 Seiten, 14,95 Euro, bestellbar über www.glaser-info.de/mord oder per Mail unter buch@alexa-glaser.de.
Außerdem erhältlich in Weingütern und Verkaufsstellen in Nordheim, Volkach und Sommerach.

Alexandra Glaser

geboren 1992 in Niebüll, Nordfriesland.
Seit 2018 in Nordheim am Main beheimatet.