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Volkach

(ca. 9600Einwohner)

Zahlen und Fakten

Die Altstadt

 

Volkach lockt mit seinem historischen Altstadtkern Menschen aus nah und fern. Wer Volkach erkundet, trifft auf fränkische Gastronomie, Einzelhandel in seiner klassischen Form und natürlich auf eine Vielfalt von Vinotheken und Weinbars. Einige Gehminuten entfernt liegt in den Weinbergen, die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Blickfang im Innenraum ist die berühmte „Madonna im Rosenkranz“. Tilmann Riemenschneider hat die Madonna geschnitzt.

 

Daten & Fakten zum Weinbau

 

Weinbaufläche: 160 ha

Winzer: 14 selbstvermarktende Winzer / 1 Winzergenossenschaft

 

Ausflugsmöglichkeiten und Aktivitäten

Entdecken Sie die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten der Volkacher Mainschleife. Ob Radfahren, Schiffstour, eine Wanderung oder eine Tour mit dem Kajak oder Segway - wir haben viel mit Ihnen vor! Alle wichtigen Informationen finden Sie hier:

 

Museen

Sport & Freizeit

Mobil & Aktiv

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Leben & arbeiten in der schönsten Sackgasse Frankens

Maximilian Czeppel, neuer Leiter des Weinguts der Hallburg, zwischen Burgen und Biowein

Text: Timo Lechner; Fotos: studio zudem

„Verwalten ist für mich Stillstand.“ Wenn Maximilian Czeppel das sagt, klingt es nicht trotzig, sondern programmatisch. Der 36-Jährige ist seit Juli 2025 Gutsverwalter auf Schloss Hallburg bei Volkach – ein Mann, den die Grafen von Schönborn-Wiesentheid geholt haben, um den jahrhundertealten Betrieb mit neuem Denken zu beleben. 
„Ich will gestalten, nicht bloß erhalten“, sagt er. „Das Gute bewahren, aber weiterentwickeln – für Gegenwart und Zukunft.“

Czeppel kommt aus Hof, Oberfranken – Bierland. „Vielleicht war’s genau das: in einer Bierregion Wein zu entdecken.“ Nach einer Winzerlehre und dem Studium der Weinbau & Oenologie in Geisenheim führte ihn der Weg über Wien, Südtirol, das Trentino, die Saar und die Nahe bis nach Franken zurück. „Ich wollte so viel wie möglich sehen: kleine Familienbetriebe, große Weingüter – alles, was Weinbau im deutschsprachigen Raum sein kann.“ Nun also die Hallburg. „Der Ort hat mich sofort gepackt“, erinnert er sich.

Schloss Hallburg liegt über dem Maintal, umgeben von Rebhängen, Obstwiesen und alten Steinmauern. Graf Paul von Schönborn-Wiesentheid nennt sie liebevoll „eine der schönsten Sackgassen Frankens“ – ein Ort, an dem man landet und bleiben will. 
Die Familie von Schönborn gehört zu den ältesten und einflussreichsten Adelsgeschlechtern im deutschsprachigen Raum; ihre Wurzeln reichen bis ins 12. Jahrhundert, ursprünglich aus dem Raum Limburg an der Lahn. In Franken sind die Schönborns seit Beginn des 19. Jahrhunderts ansässig. 1806 übernahmen sie die Hallburg – damals mit Weinbergen, Wald und Landwirtschaft. Paul Graf von Schönborn-Wiesentheid führt heute die verschiedenen Betriebe – Land- und Forstwirtschaft, Weinbau, Schlossverwaltung – mit der ganzen Familie, also Ehefrau, fünf Söhne und zwei Töchter. 

Die Schönborn’schen Güter beschäftigen rund 50 Menschen – eine Mischung aus Landwirten, Winzern, Forstleuten und Verwaltung. Der Betrieb lebt vom Verbund seiner Teile. Die Landwirtschaft sichert das Brot, der Wein gibt dem Namen Gesicht. „Wenn jemand ‚Schönborn‘ hört, denkt er zuerst an den Wein“, sagt der Graf. „Das ist unsere Außenwirkung – unsere Visitenkarte.“ Auf rund 30 Hektar wächst hier eine klassisch fränkische Kombination: Silvaner als Kultsorte, ergänzt durch Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Schon Czeppels Vorgänger Georg Hünnerkopf hatte die Burgunder aus dem Burgund selbst geholt und hier angepflanzt – heute ein zweites Standbein neben dem Silvaner. „Die Burgunder haben Charme und Charakter“, sagt Czeppel. „Sie passen zu diesem Ort: traditionell und doch eigenständig.“

Seit sieben Jahren wirtschaften die Schönborns biologisch – in allen Sparten. „Man merkt den Unterschied: Insekten, Vögel, Leben überall“, sagt Franz Graf von Schönborn.
Die arrondierten Flächen – alles liegt nah beieinander – machen die Bio-Bewirtschaftung möglich. „Wir haben keine Fremdspritzungen vom Nachbarn, keine langen Fahrten, wir arbeiten nachhaltig im besten Sinn“, so Czeppel. Natürlich sei das aufwändiger: „Mehr Handarbeit, mehr Beobachtung, weniger Ertrag.
Aber es lohnt sich. Weil es ehrlich ist.“ Bio sei für die Familie kein Marketing-Label, sondern ein ethisches Statement: „Wein ist Kultur“, sagt Graf Franz, „und wer Kultur bewahren will, muss die Natur respektieren.“

Für die nächsten Jahre haben Maximilian Czeppel und die Schönborns viel vor:
Hofschoppenfest, Jazz-Frühschoppen, Jahrgangsverkostungen. „Wir wollen, dass die Hallburg wieder ein Ort der Begegnung wird“, sagt Franz von Schönborn. Denn Kultur braucht Menschen, die sie erleben.

Und wenn am Abend die Sonne über den Reben versinkt, versteht man, was Czeppel meint, wenn er sagt: „Verwalten ist Stillstand.“ Hier oben auf der Hallburg wird gestaltet – mit Bodenhaftung, mit Geschichte und mit Herzblut. In dieser „schönsten Sackgasse Frankens“ wächst nicht nur Wein, sondern auch Zukunft.